Mein Kind
Lesen und Schreiben sind die wichtigsten Kulturtechniken des Menschen. Erst sie eröffnen ihm Zugang zu Bildung und damit Lebensperspektiven. Lesen und Schreiben lernen Kinder in den ersten Schulklassen. Doch nicht selten müssen Eltern erleben, dass gerade ihr Kind das Lesen, das Schreiben oder beides nicht ausreichend gut in der Schule lernt.
Und was muss man tun, damit lese- und rechtschreibschwache Kinder und Jugendliche ihre Schwäche überwinden?
Probleme
Wenn Ihr Kind in der Schule oder in der Ausbildung Probleme mit dem Lesen und/oder Schreiben hat, sollten sie sich nicht einfach damit abfinden.Die Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift ist wichtig für die Zukunft ihres Kindes. Heute sind fast an jedem Arbeitsplatz Fähigkeiten im Lesen und/oder Schreiben gefragt. Die Nutzung des Internets ist ohne korrektes Lesen und Schreiben fast undenkbar.
Werden die Grundfertigkeiten im Lesen und Rechtschreiben spätestens zum Ende der 4. Klasse nicht beherrscht, wirkt sich dies auch auf andere Fächer belastend aus.
Folgen
Schüler mit Problemen im Lesen und Schreiben bis hin zu LRS / Legasthenie bleiben nicht nur im Fach Deutsch hinter ihren Möglichkeiten zurück. Sie haben auch immer größere Mühe, dem Unterricht in anderen Fächern zu folgen. Kein Wunder, können sie – zum Beispiel in Mathematik – Aufgabentexte doch nur deutlich langsamer als ihre Mitschüler entziffern. Schnell entstehen Vorurteile wie "faul" und "dumm" mit allen negativen Folgen.
Doch faul und dumm sind sie wohl kaum, denn viele der betroffenen Schüler mit Problemen im Lesen und Schreiben bis hin zu LRS / Legasthenie üben und üben zu Hause stundenlang mit ihren Eltern oder einem Nachhilfelehrer – ohne Erfolg. Dabei kann, rechtzeitig erkannt, im LOS viel getan werden, bevor aus der schulischen eine familiäre Belastung wird.
Die Folgen können dramatisch sein
Eine LRS kann , wenn nicht erkannt, zu einer Lern- und Leistungsstörung
und zu einer negativen Lernstruktur mit Misserfolgserwartung führen.
In der Regel befindet sich ein Schüler in einer positiven Lernstruktur. Diese ist geprägt durch Lust am Üben, Zutrauen, Erfolg und Stolz und von Seiten der Eltern und Lehrer durch Vertrauen, Bestätigung und realistischen Erwartungen.
Bei einem Kind mit LRS wird zuerst ein Leistungsdefizit sichtbar.
Bleiben Erfolge über längere Zeit aus, sucht der Schüler aber auch Lehrer und Eltern Erklärungen für sein Versagen. Begriffe wie faul, unkonzentriert, verstockt oder dumm fallen. Die fehlende Anerkennung kann beim Kind zu Ersatzhandlungen und zu Verhaltensauffälligkeiten führen.
Lernlücken, Konzentrationsstörungen, Vermeidungsstrategien und Schul- und Versagensängste führen über den Teufelskreis der Angstblockade zu einer Leistungsstörung.
Befindet sich der Schüler dann in einer negativen Lernstruktur mit einer Misserfolgserwartung, wird diese durch jede schlechte Leistung immer wieder bestätigt und gefestigt.
Diese Entwicklung wird oft aus Unkenntnis nicht wahrgenommen und der Zusammenhang zwischen Lernstörung, Verhaltensauffälligkeit und Konzentrationsstörung nicht erkannt.
Auf diese Warnsignale sollten Sie achten
- Erlebt Ihr Kind in der Schule, dass es im Bereich Lesen und Schreiben Dinge nicht kann, die andere können?
- Beeinträchtigt der Vergleich mit den Mitschülern sein Selbstwertgefühl?
- Wirken die enttäuschten Reaktionen der Lehrer und manchmal auch von Ihnen belastend und entmutigend auf Ihr Kind?
- Entwickelt Ihr Kind auffällige Verhaltensweisen, um sich den Leistungsanforderungen zu entziehen?
- Zieht es sich in sich zurück oder lehnt sich auf, kaspert oder stört den Unterricht?
Sagt ihr Kind des Öfteren: "Ich bin dumm!" oder "Das kann ich nicht!" oder "Das will ich ja gar nicht lernen!"?






