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Lesen und Schreiben lernt man nur durch Lesen und Schreiben

Unserer Überzeugung nach gibt es fließende Übergänge von schweren Störungen bis hin zum normalen Schriftspracherwerb. Da sind wir uns mit den führenden Wissenschaftlern einig. Probleme im Lesen und Schreiben sind schlicht noch nicht vollzogene Lernschritte. Dementsprechend müssen Diagnose und Förderung auf den im Wesentlichen unbestrittenen Erkenntnissen über den Verlauf des üblichen Schriftspracherwerbs bei einem Kind beruhen.

Das Konzept der LOS basiert auf einem systematischen Training, das sich an den zwingend notwendigen Lernschritten zum Erwerb der Schriftsprache (Entwicklungsmodell des Schriftspracherwerbs) orientiert. 

Der Lernende  baut so nicht nur systematisch orthographisches Wissen auf, sondern erkennt Stück für Stück die Gesetzmäßigkeit der deutschen Schriftsprache und kann sie nachvollziehen. So wird eine langfristig sichere Lese-/Rechtschreibkompetenz vermittelt, die durch kurzfristiges Fehlertraining nicht erreicht werden kann.




Das Stufenmodell des Schriftsprachenerwerbs

Das Stufenmodell des Schriftspracherwerbs wurde in den 80er Jahren entwickelt. Es geht davon aus, dass auf dem Weg zur richtigen Beherrschung des Lesens und Schreibens bestimmte Stufen durchlaufen und entsprechende Lernschritte absolviert werden müssen. Beim Durchlaufen der Stufen der Lese- und Rechtschreibentwicklung eignen sich die Kinder entsprechende Rechtschreibstrategien an.

Die Abbildung im Anschluss an diesen Absatz zeigt übersichtlich das Stufenmodell des Schriftspracherwerbs. Eine Förderung ist dann erfolgreich, wenn sie Kindern hilft, diese Strategien zu erwerben oder zu festigen.


Das Förderkonzept sieht drei Therapiephasen vor, wobei eine Therapiephase ein bis zwei Jahre dauern kann. Der Einstieg in die Förderung ist von der Lernausgangslage des Schülers  abhängig.

Die Schwerpunkte liegen
  • in der Ausbildung  der phonologischen Bewusstheit,
  • im Vermitteln von Einsichten in die Struktur unserer Schriftsprache,
  • in der Erweiterung des altersspezifischen individuellen Wortschatzes,
  • in der Ausbildung der Lesefertigkeit und der Lesekompetenz,
  • in der verstärkten Arbeit am Text sowie der Motivation zum Lesen und freien Schreiben,
  • und in der Ausbildung von Prüfmechanismen, mit deren Hilfe die Lernenden zur rechten Schreibweise gelangen und diese automatisieren können.